PFAS in Milch: Grosse Mehrheit der Basler Betriebe unter Richtwert

PFAS steht seit Monaten im Fokus. Der Kanton Basel-Landschaft hat über 200 Milchproben auf die Ewigkeitschemikalien überprüft. Der grösste Teil liegt unter dem von der EU empfohlenen Richtwert.

blu/pd |

Die Stoffgruppe PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) wurde aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften in zahlreichen Industrieprozessen und Alltagsprodukten eingesetzt. «Aufgrund ihrer Stabilität und Langlebigkeit sind PFAS in weiten Teilen der Umwelt – im Grundwasser, in Oberflächengewässern, Böden, Abfällen und entlang der Lebensmittelkette – nachweisbar», schreibt der Kanton Basel-Landschaft in einer Mitteilung.

Teilnahme freiwillig

Neben diffusen Einträgen sind insbesondere Punktquellen wie Deponien, Abwasserreinigungsanlagen, belastete Standorte und industrielle Produktionsanlagen relevant. «Der Umgang mit PFAS beschränkt sich nicht auf einzelne Fachbereiche, sondern betrifft Umwelt, Landwirtschaft, Gesundheit, Lebensmittel, Industrie und Konsum», heisst es in der Mitteilung.

Der Kanton und der Bauernverband beider Basel (BVBB) wollten in Erfahrung bringen, wie stark die Milchwirtschaft betroffen ist. Im Frühjahr 2026 wurde die Milch von allen Milchproduzentinnen und Milchproduzenten der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt auf PFAS untersucht. Die Teilnahme erfolgte freiwillig.

85 Prozent unter Richtwert

Das Resultat fällt erfreulich aus. Von 204 untersuchten Milchbetrieben lagen 173 Proben unter dem von der Europäischen Union empfohlenen Richtwert (0,020 µg/kg für PFOS), oder es wurden keine PFAS nachgewiesen. Das entspricht 85 Prozent der Betriebe. Bei 31 Proben wurde der Richtwert für Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) knapp erreicht oder überschritten. Die betroffenen Betriebe haben die Möglichkeit, eine Nachmessung durchführen zu lassen.

«Dort, wo PFAS nachgewiesen wurden, handelt es sich um die in der Schweiz seit 2011 verbotene Substanz PFOS», heisst es im Bericht. Diese wurde früher unter anderem in Feuerlöschschäumen, Verpackungsmaterialien oder Oberflächenbeschichtungen eingesetzt.

-> Den Studienbericht «Milch» findet ihr hier

Die Ergebnisse des Monitorings entsprechen insgesamt den Erfahrungen anderer Kantone wie Zürich. «Die heute gültigen Bestimmungen erlauben weiterhin die uneingeschränkte Abgabe, Verarbeitung und den Konsum der Milch», hält der Kanton Basel-Landschaft fest. Für Milch bestehen in der Schweiz derzeit keine gesetzlichen PFAS-Höchstwerte.

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Was sind PFAS

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Chemikalien. Sie werden seit Jahrzehnten wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt, beispielsweise in Beschichtungen, Verpackungen, Textilien oder Feuerlöschschäumen. Viele PFAS sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und können sich über lange Zeit in Böden, Gewässern sowie in Pflanzen, Tieren und Menschen anreichern. Aufgrund dieser Eigenschaften werden PFAS häufig auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet.

-> Mehr Infos gibt es hier

Kommentare (1)

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  • Tanja Trauboth | 27.06.2026

    Falls Ketzer ein Bauer ist, kann er sich in der Schweiz an agricultura regeneratio wenden.

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