
Das Gras wächst nicht mehr, das Futter wird immer wie knapper.
Ueli Steiner
Seit Wochen regnet es in vielen Regionen gar nicht oder nur in geringen Mengen. Im Juli fehlt gemäss Meteonews über die ganze Schweiz gesehen rund die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags. In der Region Basel und im westlichen Mittelland beträgt das Minus gar 75 bis 90 Prozent. Und in den nächsten Tagen ist nicht mit viel Nass zu rechnen.
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Lebensmittelproduktion sichern
Ernst Wandfluh, der auch den Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verein (SAV) präsidiert, machen die ausgeprägte Trockenheit und die Hitze grosse Sorgen. «Sie bringen die Schweizer Landwirtschaft in eine existenzielle Notlage. Das Niederschlagsdefizit seit April ist historisch hoch und vergleichbar mit den Dürrejahren 1976, 2003 und 2018», sagt er.

Nationalrat und Landwirt Ernst Wandfluh (SVP/BE) fordert die Ausrufung der ausserordentlichen Lage.
Daniel Salzmann
Wasser und Futter würden knapp. Bauern hätten bereits begonnen, ihre Wintervorräte zu verfüttern. Zudem seien im letzten Monat 3500 Kühe mehr geschlachtet worden als im Vorjahr. «Die Landwirtschaft braucht jetzt rasche und unbürokratische Unterstützung. Es geht darum, die Tierbestände zu sichern, die Lebensmittelproduktion aufrechtzuerhalten und unsere Versorgungssicherheit nicht zu gefährden. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt», erklärt Ernst Wandfluh. Er fordert deshalb den Bundesrat auf, unverzüglich zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Ausrufung einer ausserordentlichen Lage wegen Trockenheit erfüllt sind.
Armee-Einsatz
Bei einer solchen Ausrufung kann der Bund gemäss Wandfluh rasch und unbürokratisch notwendige Massnahmen einleiten. Er nennt als Beispiel den Einsatz der Armee in den am stärksten betroffenen Regionen für Wassertransporte, Pumpeneinsätze, logistische Unterstützung der Landwirtschaft und der Gemeinden. Zudem soll sie bei allfälligen Waldbränden rasch eingesetzt werden können.

Die Armee könnte die Landwirtschaft mit der Versorgung von Wasser unterstützen.
VBS
Ernst Wandfluh sorgt sich auch um die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten. Die Kühe geben wegen der Hitze deutlich weniger Milch. Zudem machen Krankheiten dem Vieh zu schaffen. «Extremer Durchfall, Fieber, massiver Rückgang der Milchleistung, Erhöhung der Zellzahlen und Fressunlust», schilderte Landwirtin Monika Helfer aus Courlevon FR die Symptome ihrer Kühe.
Milchpreis mindestens 4 Rappen rauf
«Eine mögliche Erklärung ist der Hitzestress», sagte Tierarzt Beat Berchtold zum «Schweizer Bauer». Das Immunsystem sei geschwächt. Erreger, die natürlicherweise auf den Betrieben vorkommen, haben leichtes Spiel. «Ob ein Virus hinter den aktuellen Fällen steckt, ist noch unklar», so Berchtold. Wandfluh ist alarmiert: «Die Krankheit gefährdet damit den Tierbestand der kommenden Jahre.»

Die Einlieferungen sind in den vergangenen Wochen teils deutlich gesunken.
lid
Er appelliert deshalb an die Branchenorganisation Milch (BOM), den Richtpreis für industrielle Milch im A-Segment zu überprüfen. Er fordert den Vorstand auf, den Richtpreis um mindestens 4 Rappen pro Kilo Milch zu erhöhen. Der Richtpreis im A-Segment wurde am 1. Februar um 4 Rappen auf 78 Rappen pro Kilo gesenkt. Der BOM-Vorstand hat den Richtpreis für elf Monate bis Ende Dezember 2026 fixiert. Die Richtpreissenkung solle verhindern, dass die Differenz zwischen der Schweiz und Europa zu gross werde, begründete die BOM ihren Entscheid.
-> Milch: Richtpreis sinkt um 4 Rappen
Für Wandfluh ist eine Erhöhung wegen der «anhaltenden Notschlachtungen sowie krankheitsbedingten Ausfälle bei der Milchleistung» gerechtfertigt. Es zeichne sich eine spürbare Verknappung des Angebots ab. «Die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten tragen derzeit ausserordentliche Belastungen durch Trockenheit, Futterknappheit und die Auswirkungen der Erkrankung», hält Ernst Wandfluh fest. Diese Mehrkosten müssten entlang der Wertschöpfungskette mitgetragen werden.
Wenn man Wandfluh zuhört, könnte man meinen, Wassermangel auf Alpen sei ein neues Phänomen.
In den vergangen Jahren hat die Armee ja bereits geholfen. Dehalb muss man ja keine präventiven Massnahmen treffen (Wasserbecke zum Auffagen des Scheewassers usw.)
Die mutmassliche Rohstoffknappheit wird dazu führen, dass weitere Verarbeitungsbetriebe ihre Produktion zurückfahren und den Weg für die Mehrimporte öffnet. Es ist nur zu hoffen, dass es nicht eine grössere Katastrophe braucht, bis wir begreifen, dass uns eine anständige Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln ein bisschen mehr kostet, als dies heute der Fall ist.
Statt einer pauschalen Erhöhung des Milchrichtpreises für sämtliche Liefermengen wäre deshalb ein zeitlich befristeter Zuschlag auf die ersten 6'000 bis 10'000 kg Milch pro Monat und Betrieb prüfenswert. Damit würden insbesondere die Grundproduktion und die wirtschaftliche Stabilität einer breiten Zahl von Betrieben gestärkt.
Nach demselben Grundsatz könnten auch allfällige Erleichterungen bei Futtermittelimporten ausgestaltet werden. Ein zollfreies Grundkontingent je Betrieb würde eine gezielte Entlastung ermöglichen, während darüber hinausgehende Mengen weiterhin den ordentlichen Rahmenbedingungen unterliegen.
Gerade in einer ausserordentlichen Lage sind jene Massnahmen am überzeugendsten, die möglichst viele Betriebe sichern und die Versorgung langfristig stärken.
Viele Bauern wäheln die SVP, die gegen Klimaschutz ist und nun jammern Sie.
USA macht nicht mit.
China gilt als Entwicklungsland, darf daher etliche neue Kohlekraftwerke bauen!
Zudem haben die Kriege im Iran und Ukraine sicher grosse Auswirkungen auf Umwelt und Klima, doch da wird nichts kritisiert!
Da könnten alle Schweizer zu Höhlenbewohner werden, es nützt dem Klima nichts!