«Schweizer Getreide nicht durch Preisdruck entwerten»

Beim Brotgetreide stehen die Richtpreisverhandlungen vor der Tür. Aufgrund des anhaltenden Kostendrucks akzeptiert der Berner Bauernverband tiefere Produzentenpreise nicht.

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Am kommenden Montag wird die Getreidebranche über die Richtpreise beim Brotgetreide befinden. Die Müller gingen bereits in die Offensive und beklagen die hohen Preise für Schweizer Getreide.

Hohe Kosten, tiefe Preise

Für den Schweizer Bauernverband gibt es keinen Handlungsspielraum. «Wir fordern mindestens die Beibehaltung der Richtpreise. Die Produzenten sind mit einem hohen Kostenumfeld konfrontiert», sagte Michel Darbellay, stellvertretender Direktor des SBV, zu «Schweizer Bauer».

Auch für den Berner Bauernverband (BEBV) sind tiefere Produzentenpreise ein No-Go. «Die Preise für landwirtschaftliche Produktionsmittel wie Energie, Baukosten, Dünger oder Saatgut steigen seit Anfang 2026 weiter an, während die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse stark unter Druck stehen. Die Nahrungsmittelpreise blieben dagegen nahezu stabil», schreibt der Verband in einer Mitteilung. Diese Entwicklung sei inakzeptabel. «Die Bauernfamilien tragen hohe Kosten, erhalten am Markt aber tiefere Preise», kritisiert der Verband.

Tiefere Preise nicht vertretbar

Durch den Preisdruck im Detailhandel verschärfe sich die Lage weiter. Über immer tiefere Ladenpreise würden Lebensmittel entwertet, so der BEBV. Er nennt als Beispiel das Pfünderli Brot für 99 Rappen. Der BEBV fordert Produzentenpreise, die die Leistungen der Landwirtschaft «konsequent» abbilden. «Tiefere Produzentenpreise sind angesichts des aktuellen Kostenumfelds nicht vertretbar», stellt er klar.

Mühlen und Detailhandel müssten Verantwortung übernehmen, indem sie den Bauernfamilien eine wirtschaftliche Perspektive ermöglichten. Den Kostendruck dürften sie nicht auf die inländische Produktion und die Bauernfamilien abwälzen. «Schweizer Getreide, Schweizer Brot und Schweizer Lebensmittel dürfen nicht über Preisdruck entwertet werden», macht der BEBV klar. Die Festlegung eines Richtpreises sei dabei zentral. Denn nur wirtschaftlich tragfähige Betriebe könnten ihre Aufgaben wie Versorgungssicherheit und regionale Produktion auch in Zukunft erfüllen.

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Richtpreise

Wie hoch ist der Richtpreis? Für Weizen Top wurde dieser im Juni 2025 auf 60 Fr./100 kg festgelegt. Bis 2021 lag der Preis bei 52 Fr./100 kg. Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine begann der Richtpreis zu steigen. 2022 stieg der Preis für Weizen Top auf 58.50 Fr. (Herbstrichtpreis). 2024 stieg er noch einmal leicht um 1.50 Fr./100 kg.

Kommentare (1)

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  • Müller w. | 12.06.2026
    Müllerbranche ist eine mfiöse verbindund,letztes jahr vor der ernte noch haufenweise billigen weizen importiert,onwohl man wusste es gibt eine sehr gute ernte,nachher jammern es hat zuviel inländischen weizen.....
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