
Der Freiburgische Milchverband und Agri Freiburg wollen der Milchwirtschaft zu besseren Bedingungen verhelfen.
Seraina Pünter
Die Schweizer Landwirtschaft erlebt ein schwieriges Jahr. Besonders betroffen sind Milchproduzenten, die gleichzeitig mit den Folgen einer anhaltenden Trockenperiode sowie einem weiterhin angespannten Milchmarkt kämpfen müssen.
Kühe haben kein Futter und werden krank
Seit Wochen warten Landwirtinnen und Landwirte auf dringend benötigte Niederschläge. Die anhaltende Trockenheit beeinträchtigt sämtliche Bereiche der Landwirtschaft. Für Milchbetriebe verschärft sich die Lage zusätzlich durch geringere Erträge auf den Futterflächen und die negativen Auswirkungen von Hitzestress auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere ( ->Milchmenge sinkt drastisch ). Gleichzeitig stehen die Milchpreise weiterhin unter erheblichem Druck, heisst es in der Mitteilung.

Sabine Guex ist Direktorin des Freiburgischen Milchverbandes.
FMV
Gemeinsam haben deshalb der Freiburger Bauernverband «Agri Freiburg» und der Freiburgische Milchverband (FMV) ein Schreiben an die Branchenorganisation Milch (BOM) verfasst. Darin fordern sie konkrete Massnahmen zur Stabilisierung der Situation.
Angesichts aktueller Wetterextreme und wirtschaftlicher Herausforderungen sehen die beiden Freiburger Verbände dringenden Handlungsbedarf, um die Existenz und Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe langfristig zu sichern.
-> Dürre: Diese Ausnahmebewilligungen sind möglich
Schreiben an die BOM
In ihrer gemeinsamen Mitteilung verweisen die beiden bäuerlichen Organisationen auf die rückläufige Milchproduktion der letzten zehn Jahren. Entsprechend haben die Molkereien ihre Verarbeitungskapazitäten angepasst. Das erhebliche Ungleichgewicht im Winter 2025/26 belastete den Milchmarkt stark.
Die BOM hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Situation zu analysieren und Massnahmen zu erarbeiten, damit sich solche Szenarien nicht wiederholen. - > BOM prüft Massnahmen zur Drosselung der Produktion

Adrian Brügger ist Präsident von «Agri Freiburg», dem Freiburger Bauernverband.
Christian Zufferey
In einem gemeinsamen Schreiben wandten sich der FMV und Agri Freiburg an diese Arbeitsgruppe. Darin stellten sie strategische Forderungen auf, die sie in der in der Mitteilung nicht weiter ausführen. Auch erinnerten sie in dem Brief daran, dass «die landwirtschaftlichen Betriebe nicht ständig als Einzige die Risiken tragen können, seien es klimabedingte oder wirtschaftliche».
- > Wegen Dürre: Ausserordentliche Lage und höherer Milchpreis gefordert
-> Die Preise für Importfutter explodieren
Gemeinsames Engagement für die Branche
Agri Freiburg und der Freiburgische Milchverband kündigten zudem eine engere Zusammenarbeit an. Ziel sei es, die Vermarktung von Schweizer Milch und anderen einheimischen Agrarprodukten zu stärken und negativen Markttrends entgegenzuwirken. Damit wollen die beide Organisationen die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft stärken und den Produzenten bessere Zukunftsperspektiven bieten.
Ich bin bereit, schlechte Jahre klaglos hinzunehmen, brauche aber die Gelegenheit gute Jahre mit guten Preisen zu haben. Bin während mehrerer Jahre aufgrund guter Abschlüsse mit DZ Kürzungen bei den Übergangsbeiträgen "belohnt" worden.
Mehr Spielraum würde Innovation und Risikobereitschaft fördern.