
Wenn man die Stundenlöhne ausrechne, werde auf vielen Milchbetrieben für weniger als zehn Franken pro Stunde gearbeitet.
Samuel Krähenbühl
Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat im Dezember 2025 den Richtpreis für industriell verarbeitete Molkereimilch im A-Segment per 1. Februar 2026 um vier Rappen gesenkt. Gleichzeitig beschloss der BOM-Vorstand, dass der Richtpreis für das ganze Jahr 2026 auf diesem Niveau bleibt.
-> Milch: Richtpreis sinkt um 4 Rappen
Für Milchproduzent und Nationalrat Hans Jörg Rüegsegger (SVP, BE) muss die BOM jetzt über die Bücher gehen: Er fordert, dass der BOM-Vorstand an seiner Sitzung vom 27. August den A-Richtpreis per sofort deutlich erhöht. «Die Ausgangslage ist im August 2026 eine ganz andere», schreibt Rüegsegger und verweist auf Hitze, Trockenheit, Futterknappheit und höhere Preise für Energie und Hilfsstoffe.
Milchangebot ist tief
Das bedeute höhere Produktionskosten. Wenn man die Stundenlöhne ausrechne, werde auf vielen Milchbetrieben für weniger als zehn Franken pro Stunde gearbeitet. Und Rüegsegger hält fest: «Das Milchangebot ist tief, entsprechend erwarten die Milchbauern, dass nun auch das Marktgesetz greift.» Die Molkereien Emmi, Elsa und Cremo allerdings wollen von einem tiefen Milchangebot nichts wissen.
«Die Wahrscheinlichkeit, dass die Milchmenge ab Herbst deutlich unter dem Vorjahr liegen wird, ist sehr gross.»
Nur in der Westschweiz habe es signifikante Rückgänge gegeben, die Cremo berichtet von zeitweise 10 bis 15% unter dem Vorjahr. Die Einlieferungen seien auf Vorjahresniveau, Schwankungen an einem Standort seien problemlos zu kompensieren. Man habe genug Milch. Nicht umgesetzt würden Produktionspläne für eine Überschusssituation, ansonsten produziere man normal, heisst es.
Zu früh für Aussagen
Über die Milchmengen im Herbst und bis ins Frühjahr 2027 wollen die Molkereien nicht spekulieren. Es sei zu früh für Aussagen dazu. In dieselbe Kerbe haut BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler. Er schreibt unter anderem: «Eine tiefere Produktion kann der Markt heute gut bewältigen, die Milch ist heute also nicht knapp.»
Kohler meint aber, die Wahrscheinlichkeit, dass die Milchmenge ab Herbst deutlich unter dem Vorjahr liegen werde, sei sehr gross. Die Mooh als grösste Milchvermarkterin der Schweiz hat im Juli den Preis noch mal senken müssen. Aber seit kurzem und vermehrt ab September kann sie vertragsfreie Milch zum A-Preis und nicht mehr nur zum B-Preis platzieren. Die Kunden würden aber in der Tendenz damit zuwarten, mehr Milch vertraglich an sich zu binden, so die Mooh.
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Die BOM wird seine verantwortung nicht mit tragen ,weil sie für die Verabeiter und den Detailhandel ist
Das haben sie schon manchmal bewiesen ,aussage von Kohler diesen Frühjahr "es soll ein schlechter Frühling geben dann geht die Milch wieder zurück". Und jetzt kommt ein solchen Sommer die Milch geht zurück aber der Milchpreis nicht hoch .