
Der gefrässige Japankäfer befällt in der Schweiz Kulturpflanzen wie Reben, Beeren, Apfelbäume, Mais und Soja.
Mauro Jermini
Für den Kanton St. Gallen ist es eine Premiere. Bislang blieb der Ostschweizer Kanton von diesem invasiven Pflanzenschädling verschont. Doch nun wurde im Raum Buchs SG erstmals ein Japankäfer gefunden. Wie der Kanton St. Gallen mitteilt, war das gefundene Exemplar zwar bereits tot. Doch die Behörden nehmen diesen Einzelfall nicht auf die leichte Schulter. Denn es sei noch unklar, ob es sich um einen Einzelfund handelt oder ob sich in der Region bereits eine Population des invasiven Schädlings entwickelt hat.
Grosse Gefahr für Landwirtschaft
Der Japankäfer ist einer der bedeutendsten invasiven Pflanzenschädlinge Europas. Er befällt mehr als 400 Wirtspflanzen, darunter Reben, Beeren, Obstbäume, Mais und zahlreiche Laubgehölze. Die erwachsenen Käfer fressen Blätter, Blüten und Früchte so stark, dass oft nur noch die Blattskelette übrig bleiben. Die Larven leben hingegen im Boden und ernähren sich von Graswurzeln, wodurch Wiesen und Rasenflächen geschädigt werden. -> Japankäfer erkennen und melden

Der Japankäfer ist anhand einiger charakteristischer Merkmale sehr gut zu erkennen. Trotzdem besteht Verwechslungsgefahr mit harmlosen Käfern (siehe Video unten).
Lanat
Der Bund warnt vor einer weiteren Ausbreitung des Japankäfers in der Schweiz. Das Bundesamt für Landwirtschaft stuft den Japankäfer als grosse Gefahr für die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Umwelt ein. Das Schadenspotenzial wird in der Schweiz auf mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr geschätzt.
-> Japankäfer: Bund fürchtet Ausbreitung
Bereits in mehreren Kantonen nachgewiesen
Erfahrungen aus den USA und Italien zeigen, dass es schwierig ist, den Schädling zu bekämpfen, wenn er sich erst einmal etabliert hat. Um eine Ausbreitung zu verhindern, setzt der Bund auf Fallen, Überwachungs- und Sperrzonen sowie Informationskampagnen. Da sich die Käfer häufig unbemerkt mit Fahrzeugen oder Zügen verbreiten, sind auch Reisende und die Bevölkerung gefordert, verdächtige Funde den Behörden zu melden.
-> Diesen Käfer muss man unbedingt stoppen
Der Schädling wurde 2017 erstmals im Tessin nachgewiesen und hat sich seitdem in verschiedenen Regionen der Schweiz ausgebreitet. Befallsherde wurden unter anderem im Wallis, im Raum Zürich sowie in der Region Basel festgestellt ( -> Japankäfer in Kloten entdeckt – die Jagd beginnt ). Dort mussten teilweise einschneidende Massnahmen wie Bewässerungsverbote, Transportbeschränkungen für Grüngut und gezielte Bekämpfungsaktionen angeordnet werden.
-> Japankäfer: Luzern erlässt Massnahmen / Funde in Solothurn – Massnahmen erlassen / Auch Bern hat Massnahmen erlassen / Graubünden: Erste Japankäfer entdeckt
Fallen sollen Klarheit schaffen – derzeit noch keine Auflagen
Zur Beurteilung der Situation in St. Gallen, installieren die kantonalen Fachstellen derzeit im Umkreis von drei Kilometern Lockstofffallen. Diese sollen zeigen, ob in der Umgebung weitere Käfer vorkommen. Da sich der Fundort in Grenznähe befindet, erfolgen die Abklärungen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Fürstentums Liechtenstein.
Ob Bekämpfungs-Massnahmen auch im Rheintal notwendig werden, hängt von den Ergebnissen der laufenden Überwachung ab. Sollte sich ein grösserer Befall bestätigen, müssten Schritte zur Eindämmung und Verhinderung einer weiteren Ausbreitung verfügt werden. «Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es aber noch keine Handlungsanweisungen für die lokale Bevölkerung, Landwirtschaft und Grüne Branche», schreibt der Kanton. Er werde nach Abschluss der Lagebeurteilung über das weitere Vorgehen informieren.