Freitag, 7. Oktober 2022
11.08.2022 13:30
Milchmarkt

Butter: Viertes Importkontingent bewilligt

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Von: blu

Mit einer zusätzlichen Importmenge von 1000 Tonnen Butter soll die inländische Nachfrage bis Ende Jahr gedeckt werden. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat das Zollkontingent Butter für das Jahr 2022 damit bereits zum vierten Mal erhöht.

Butter bleibt in der Schweiz knapp, und das seit dem Beginn der Pandemie. Der Mangel setzt sich unvermindert fort. Wie 2020 und 2021 werden die Lücken auch 2022 mit Importen geschlossen. Weil die Butterproduktion in der Schweiz zu tief ist, wird das Importkontingent bereits zum vierten Mal in diesem Jahr erhöht. 

Gemäss BLW sei die gesamte Milchproduktion 2022 tiefer als erwartet. Und weil ein Grossteil der Schweizer Milch zu Käse verarbeitet werde, bleibe zu wenig für die Butterherstellung übrig. Die Situation im Milchmarkt ist nach Einschätzung der Branche für die kommenden Monate schwierig einzuschätzen.

Importanteil 13 Prozent

Aus diesem Grund hat das BLW den Antrag der Branchenorganisation Milch (BOM), das Zollkontingent ab dem 22. August um weitere 1000 Tonnen zu erhöhen, gutgeheissen. «Mit der zusätzlichen Importmenge von 1000 Tonnen Butter soll die inländische Nachfrage bis Ende Jahr gedeckt werden», heisst es wie bei den vorherigen Kontingentserhöhungen. Die zusätzliche Menge wird wie üblich versteigert.

Der Butterbedarf in der Schweiz beträgt pro Jahr rund 40’000 Tonnen. Bisher wurden 5’100 Tonnen Butter zum Import freigegeben. Der Importanteil beläuft sich demnach bereits auf rund 13 Prozent. Da die Milchproduktion weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert liegt, dürften weitere Importanträge gestellt werden.

Erste Erhöhung Anfang Februar

Ende Dezember hatte die Branchenorganisation Milch (BOM) einen ersten Antrag für den Import von 1000 Tonnen Butter ab Februar 2022 gestellt. Die BOM folgte damit der Analyse der zuständigen Kommission Butterimporte. Diese ging aufgrund der vorhandenen Parameter und unter Berücksichtigung der vorhandenen Lager für 2022 von einem Buttermanko im Umfang von 2700 t aus. Diese Prognose ist heute überholt, mittlerweile ist die Lücke deutlich höher.

«Indem die Importbutter regelmässig in den Markt fliesst, kann garantiert werden, dass die traditionellen Schweizer Marken «Floralp» und «Die Butter» ganzjährig mit Schweizer Butter hergestellt werden können», begründete die Branchenorganisation das Gesuch. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bewilligte das Gesuch am 4. Februar. Das Teilzollkontingents «Butter und andere Fettstoffe aus der Milch» wurde um 1000 Tonnen erhöht.

Zweite Erhöhung Anfang April

Anfang Februar erfolgte das zweite Gesuch der BOM. Am 21. März 2022 hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) das Gesuch über 2000 Tonnen bewilligt. Das inländische Angebot an Butter reiche gemäss Einschätzung der Branche im laufenden Jahr nicht aus, um die Nachfrage zu decken, teilte die Bundeshörde damals mit.

«Die vorhandenen Parameter haben nun ergeben, dass für 2022 ohne weitere Importe ein Buttermanko in der Grössenordnung von 1700 t bis 2200 t bis Ende Jahr entstehen würde», begründete die Kommission Butterimporte der BOM ihren Antrag zum Import von weiteren 2000 Tonnen. Mit diesem Gesuch geht sie von «heute vorhandenen Daten» davon aus, dass die Versorgung bis Ende Jahr gesichert ist. Eine Fehleinschätzung, wie sich heute zeigt.

Dritte Erhöhung im Juni

Denn auch die zweite Importtranche reichte nicht aus, um den Bedarf zu decken. So schrieb die BOM in ihrem Gesuch: «Zwar steigen sowohl die Gesamtmilchmenge als auch die Menge an Molkereimilch, die unter anderem für Butter verwendet wird. Dennoch rechnet die Branche weiterhin mit einem Buttermanko.»

Eine weitere Importfreigabe von 1000 Tonnen soll die Lücke «zumindest zu einem grossen Teil überbrücken.» Deshalb bewilligte das BLW Mitte Juni ein drittes Gesuch. Wie sich jetzt zeigt, ist die Einschätzung der BOM bereits wieder überholt. Deshalb folgt nun im August ein viertes Gesuch.

6000 Tonnen im Jahr 2020

Die Importmenge 2022 ist mit 5100 Tonnen bereits deutlich höher als 2021. Letztes Jahr wurden in drei Gesuchen Butterimporte in der Höhe von 2500 Tonnen gestellt. Die Buttereinfuhren in grossen Mengen begannen im Frühjahr 2020.

Anfang 2020 lag das Schweizer Tiefkühlbutterlager knapp über null. Wegen der Covid-19-Pandemie wurden im Lauf des Frühlings 2020 die Lager nur ungenügend aufgebaut. Aufgrund des Shutdowns und den Einschränkungen konsumierte die Schweizer Bevölkerung zu Hause tendenziell mehr Butter. Um die Lücken zu schliessen, wurden im April 1000 t, im Juli 1800 t und im Oktober/November 2000 t Butterimporte bewilligt. Zusammen mit Einfuhren aus anderen Importgeschäften wurden 2020 insgesamt rund 6000 t Butter importiert. 2022 könnte dieser Wert also übertroffen werden.

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2 Responses

  1. Und zum 4. Mal heisst es:“ …Damit soll die Nachfrage bis Ende Jahr gedeckt werden“. Vielleicht sollten sich die Branchenvertreter mal Gedanken darüber machen, warum sie mit ihre Prognose immer daneben liegen. Mein Rat: Die Buchhaltungen der Milchwirtschaftsbetriebe einmal detailliert analysieren.

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