Freitag, 7. Oktober 2022
08.08.2022 11:40
St. Gallen

St. Gallen: Erstmals töten Wölfe ein Rind

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Von: sda/blu

Zum ersten Mal haben Wölfe im Kanton St. Gallen ein Rind getötet. Der Riss ereignete sich in Pfäfers SG auf der Alp Brändlisberg im Calfeisental.

In der Nacht vom 4. auf den 5. August sei ein einjähriges Rind aus einer Jungviehherde von einem oder mehreren Wölfen gerissen worden, teilte der Kanton St. Gallen am Montag mit. Die Alp Brändlisberg liegt im eidgenössischen Jagdbanngebiet «Graue Hörner». Am Freitagmorgen wurden rund um den Kadaver rund 30 Gänsegeier beobachtet.

Ein Wildhüter hat anhand der Bissspuren den Wolfsriss bestätigt. Er konnte zudem frischen Wolfskot und Haare für die genetische Untersuchung sicherstellen. Nun soll das Tier und seine Herkunft eruiert werden.

31 Nutztiere gerissen

Es sei das erste Mal, dass im Kanton St. Gallen Wölfe ein Grossvieh getötet hätten, heisst es in der Mitteilung. Die rechtlichen Voraussetzungen für einen Abschuss seien nicht erfüllt. Dazu müssten entweder mindestens zehn Schafe oder Ziegen innerhalb von vier Monaten aus einer geschützten Herde oder mindestens zwei Grossvieh durch einen einzelnen Wolf gerissen werden. Abschüsse in Jagdbanngebieten seien zudem nicht zulässig.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Kanton St. Gallen Wölfe Grossvieh attackieren. Am 5. August 2021 wurde eine Kuh von Wölfen im St.Galler Murgtal angegriffen. Diese Kuh hatte jedoch überlebt.

Im Kanton St. Gallen wurden von der kantonalen Wildhut 16 Schafe und 15 Ziegen bestätigt, die von Wölfen gerissen wurden. Diese befanden sich alle auf ungeschützten Herden. Die Risse erfolgten im Obertoggenburg, im Linthgebiet, im Werdenberg und im südlichen Sarganserland. 

Graubünden: Zwei Kühe gerissen

In diesem Sommer ist es im Kanton Graubünden bereits zwei Mal innerhalb von fünf Tagen zu Angriffen von Wölfen auf eine Mutterkuh gekommen. Die erste Kuh wurde getötet, die zweite musste wegen gravierender Verletzungen notgeschlachtet werden. Zuvor hatte das Beverin-Rudel bereits 2020 einen Esel und regelmässig Schafe gerissen. Deshalb wurde der Abschuss von zwei Jungwölfen verfügt.

In den Waadtländer Alpen hatte ebenfalls im Juli ein einzelner Wolf zwei junge Rinder gerissen. Auch in diesem Fall wurde ein Wolf zum Abschuss freigegeben.

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6 Responses

  1. Kanton? überfordert! Wildhut? überfordert! Bauernvertreter? überfordert! Bundesrat? überfordert….Bauer hilf dir selbst so hilft dir…. (Gott?) oder die brauchbaren Bauernpolitiker

  2. Die Ausbreitung des Wolfes, in der Schweiz wird zwar für die Land- und Alpwirtschaft fast täglich zu einem grösseren Problem, da vermehrt auch grosses Nutzvieh gerissen wird. Durch den andauernden Krieg in Europa und die Sanktionen, die uns letzten Endes am meisten treffen und auf den Winter zu Engpässen, in der Versorgung führen wird, merkt vielleicht bald jedermann, dass wir den Raum, den wir dem Wolf geben wollen,selber dringend benötigen.

  3. 2012 sind es 8 Rudel, heute 16 stk.
    2012 ca. 80 Wölfe, heute um die 200 stk. mit grosser Dunkelziffer.
    Ich frage mich ernsthaft sind die Leute mit ihren Gesetzen wirklich sooo hoool, dass sie nicht sehen in was für ein Dilemma wir mit den Jahren kommen

  4. Der Zerfall von den christlichen Werten bringt die Früchte mehr und mehr an die Oberfläche.
    Und das Chaos wirt sich beschleunigen, wenn das Volk nicht Busse tut.
    Der Verstand wird? Müber Bord geworfen.

  5. In Hannover läuft eben ein Wolf durch die Stadt. Wird in Zürich, Bern usw.auch passieren. Der Tagesrayon eines Wolfes ist sehr gross. Nicht alle sind scheu.

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