
«Eine Entspannung am Milchmarkt ist derzeit nicht absehbar», schreiben die SMP.
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Im vergangenen Herbst und Winter lagen die Einlieferungen teilweise bis zu 10 Prozent höher als im Vorjahr. Die Folge: Erstmals seit Jahren wurde wieder C-Milch gehandelt. Für die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten hatte das gravierende finanzielle Folgen.
4855 t Butter exportiert
Die Branchenorganisation Milch (BOM) empfahl den Verarbeitern, ab Februar bereits auf Stufe Erstmilchkauf bei einer Überlieferung von mehr als 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmilchmenge den Preis für diese Mehrmengen deutlich unter dem ungestützten C-Richtpreis anzusetzen. Die Preise für diese Milchmengen lagen damit unter 20 Rappen pro Kilogramm. In der Folge gingen die Einlieferungen zurück.
Um den Markt zu entlasten, wurden zudem Rahm und Butter exportiert. Von Herbst 2025 bis Ende September 2026 werden 2000 Tonnen Rahm und 4855 Tonnen Butter ausgeführt. Dazu werden Stützungsgelder aus dem Fonds Regulierung eingesetzt – insgesamt 24 Millionen Franken.
Produkte mit tiefer Wertschöpfung
Doch diese Entlastungsmassnahmen reichen nicht aus. Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) warnen am Montag vor neuen Angebotsüberhängen. In den ersten vier Monaten des Jahres lagen die Milcheinlieferungen rund fünf Prozent über dem Vorjahr. «Auch für Mai und Juni wird mit Einlieferungen gerechnet, die mehr als 3 Prozent über dem bereits hohen Vorjahresniveau liegen», schreiben die SMP.
Gemäss SMP können weder die verfügbaren Verarbeitungskapazitäten noch die Absatzmöglichkeiten mit diesen Mehreinlieferungen Schritt halten. Zudem sei nicht mit zusätzlichen Kapazitäten zu rechnen. Die zusätzlichen Milchmengen fliessen laut SMP in Produkte mit tiefer Wertschöpfung.
Sorgen machen der Dachorganisation der Schweizer Milchbauern auch die vollen Butterlager. «Diese steigen trotz Exporten und dem saisonalen Verlauf deutlich an. Zudem sind die Verarbeitungskapazitäten stark ausgelastet», schreiben die SMP.
«BOM muss Lösungen finden»
Die Marktsituation werde durch Überkapazitäten im Biomarkt – die Butterlager befinden sich auf Rekordniveau – zusätzlich belastet. Die SMP befürchten deshalb, dass sich im kommenden Herbst und Winter erneut ein gravierendes Marktungleichgewicht, also ein Milchüberschuss, einstellen wird. «Auf dem Schweizer Milchmarkt gibt es weiterhin keine Entwarnung», warnen sie.
Deshalb verlangen die SMP von der BOM Lösungen. Die Forderungen sind allerdings eher allgemein formuliert. «Die BOM muss so rasch wie möglich wirksame Massnahmen erarbeiten und deren Umsetzung ohne Verzögerung vorantreiben», heisst es in der Mitteilung. Weiter schreiben die SMP: «Die Situation ist sehr ernst und erfordert jetzt entschlossenes Handeln. Produzentinnen und Produzenten, Verarbeiter sowie Handel tragen gemeinsam Verantwortung.»
Bereits Ende März gewarnt
Zudem müsse die BOM mehr Transparenz über die Milchflüsse, insbesondere bei der Segmentierung, schaffen. Nur so könnten Marktentwicklungen frühzeitig erkannt werden.
Die SMP appellieren damit erneut an die Branche. Das taten sie bereits Ende März. «Um den Milchmarkt zu stabilisieren, braucht es ein resilienteres System. Wir fordern eine bessere Abstimmung zwischen Milchproduktion und den Verarbeitungskapazitäten», schrieben sie damals. Wichtig sei es, die bestehenden Kapazitäten langfristig zu sichern. Der SMP-Vorstand erwarte bis Herbst 2026 «tragfähige und konkrete» Lösungen, hiess es weiter.
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