
Die Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten will bis im kommenden Herbst Lösungen.
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Die Situation im Milchsektor ist alles andere als gut. Die Preise sind am Sinken. Der Richtpreis für industrielle Molkereimilch im A-Segment ist am 1. Februar 2026 um 4 Rappen auf 78 Rappen je Kilo gesunken. Der BOM-Vorstand hat den Richtpreis für elf Monate bis Ende Dezember 2026 fixiert.
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105-Prozent-Regel
Mittels C-Milch, der Richtpreis lag im März bei 26,9 Rappen, wird der Markt entlastet. Doch die Preise sind teils noch tiefer. Die Branchenorganisation Milch (BOM) empfahl den Milchkäufern, ab Februar bei einer Überlieferung ab 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmilchmenge den Preis für diese Mehrmengen deutlich unter dem aktuellen ungestützten C-Richtpreis anzusetzen. Insgesamt müssen etwas mehr als 90 Millionen Kilo abgeführt werden. Für die Landwirtinnen und Landwirte hat dies massive finanzielle Konsequenzen. Gemäss BOM hat diese Empfehlung dazu geführt, dass die Einlieferungen gesunken sind.
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Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten unterstützt die Drosselung der Produktion und die beschlossene Marktentlastung über C-Milch auf Stufe Einzelbetrieb. «Dass dies teilweise zu deutlichem Unmut in der Basis führt, ist nachvollziehbar», schreiben die SMP in einer Mitteilung.
Lösungen bis Herbst
Um den Milchmarkt zu stabilisieren, brauche es ein resilienteres System. Die SMP fordern eine bessere Abstimmung zwischen Milchproduktion und den Verarbeitungskapazitäten. Produzenten und Verarbeiter sollen sich also besser absprechen, meint der Verband damit. Wichtig sei es, die bestehenden Kapazitäten langfristig zu sichern.
Lösungen müssten auf Branchenebene erfolgen. «Entsprechend setzt der Vorstand auf die angelaufenen Arbeiten innerhalb der Branchenorganisation Milch und auf praxistaugliche, agile Lösungen für die Zukunft», heisst es in der Mitteilung weiter. Diesen Arbeiten misst die Organisation höchste Priorität zu. Der SMP-Vorstand erwartet bis zum Herbst 2026 «tragfähige und konkrete» Lösungen. Von verschiedenen Akteuren der Branche wurde ein Fonds zur Entschädigung für freiwillige Nichtlieferungen vorgeschlagen. Von dieser Lösung spricht die SMP in der Mitteilung nicht.
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