Donnerstag, 8. Dezember 2022
03.11.2022 17:25
Verleihung

Agropreis: Hattrick für die Wollkugeln!

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Von: blu

Am Donnerstagnachmittag wird in Bern der 30. Agropreis vergeben. Für den grössten Innovationspreis der Schweizer Landwirtschaft sind in diesem Jahr vier Projekte nominiert. Zu den Gästen an der Verleihung zählen unter anderem Agrarminister Guy Parmelin und Bauernverbandspräsident Markus Ritter. Es gibt einen grossen Abräumer. Die Familie Brog aus Meiringen hat mit den Wollkugeln alle drei Preise gewonnen.

Ein würdige Verleihung erreichte gegen 17.15 Uhr ihren Höhepunkt. Jurypräsident Roland Stähli schritt auf die Bühne und erklärte die Kriterien, nach welchen das Siegerprojekt gewählt wird. Dies gelang der Familie Brog aus Meiringen am besten. Sie gewinnen den Agropreis 2022. Die Brogs sind die grossen Sieger der 30. Ausgabe. Wie 2021 die Bergbeeren aus Campascio holten sie alle drei Preise.

Die Familie Brog aus Meiringen hat mit den Wollkugeln den Agropreis (20’000 Franken), den Leserpreis (3000 Franken) und den Saalpreis (2000 Franken) gewonnen.
Anja Tschannen

17.20 Uhr: Das gibts doch nicht. Wie im vergangenen Jahr schafft ein Projekt den Hattrick. Die Familie Brog aus Meiringen hat mit den Wollkugeln den Agropreis (20’000 Franken), den Leserpreis (3000 Franken) und den Saalpreis (2000 Franken) gewonnen.

17.15 Uhr: Jurypräsident Roland Stähli hält seine Laudatio. Er dankt seiner Jury für die geleistete Arbeit. Das Siegerprojekt müsse immer nicht ganz etwas Neues sein, sondern ein Produkt oder eine Dienstleistung könne auch weiterentwickelt werden. Insgesamt wurden 28 Dossier gesichtet. Die Jury prüfe die Projekte genau. Es würden übergeordnete und grosse, aber auch kleine Projekte nominiert.

Bei der Ermittlung des Siegers wendet die Jury sechs Kriterien an. 1. Das Besondere oder Neuartige. 2, Fähigkeit, einen neuen Ansatz oder besondere Leistung erfolgreich umzusetzen oder zu produzieren 3. der wirtschaftliche Erfolg. 4. Positive nachhaltige Impulse, die vom Projekt für den Betrieb, die Branche oder die Region ausgehen. 5. Die Langfristigkeit. 6. Fähigkeit, eigenes Projekt an der Verleihung überzeugend zu präsentieren.

«Wir prämieren keine Eintagesfliege», so Stähli. Das sind die Wollkugeln wahrlich nicht. Die Familie Brog hat das Projekt in den vergangenen 10 Jahren stetig weiterentwickelt. So haben sie an der Maschine getüftelt. Und sie mussten auch Rückschläge hinnehmen. Doch ohne Markt, kein Erfolg. Und die Familie Brog hat sich in den letzten 6 Jahren mit viel Arbeit einen Markt geschaffen. In den nächsten Monaten wird aufgrund der guten Nachfrage die Wollkugelmaschine modernisiert. So schafft die Bauernfamilie weitere Arbeitsplätze.

17.05 Uhr: Wiederholt sich hier das Szenario von 2021? Auch der Saalpreis geht ins Berner Oberland. 43 Prozent der Stimmen gehen an die Wollkugeli. 23 Prozent holt sich die Getreidemühle. Rang 3 teilen sich Agroforst und das Übernachten in alten Gemäuern.

Auch der Saalpreis ging ins Berner Oberland.
Anja Tschannen

17.00 Uhr: Der Preis zeige exemplarisch die Entwicklung der Landwirtschaft, sagte Markus Ritter. Viele gute Ideen würden weiterentwickelt und setzten sich durch, führte der Bauernpräsident aus. Es sei wichtig, dass die Landwirtschaft neue Märkte schaffe und Geld verdiene, dies verschaffe Respekt und Sympathien in der Bevölkerung. Die Entwicklung, am Markt Geld zu verdienen, sei wichtig. In den vergangenen 10 Jahren sei der Wert von 10 auf 11,5 Milliarden gewachsen. Dies schaffe Wertschöpfung für die Betriebe.

Die Schweizer Landwirtschaft sei in der Lage, sich am Markt stark zu positionieren. Die schaffe Chancen und Wertschöpfung. Das sei für die nächste Generation matchentscheidend, so Ritter. Dies ermögliche ihr das Fortbestehen.  

16.52 Uhr: Nun fängt der Preisreigen an. Der Start erfolgt mit dem Leserpreis von «Schweizer Bauer» und «Terre&Nature» im Wert von 3000 Franken. Es gibt hier einen klaren Sieger. Die Wollkugeli der Familie Brog setzten sich bei den Lesern durch. 52,50 Prozent der Stimmen gingen ins Berner Oberland, Rang 2 holte sich der Agroforst mit 20,3% der Stimmen, Rang 3 ging an die Getreidemühle mit 16,1 Prozent und der vierte Rang holte sich die Familie Bracher mit dem Übernachten in alten Gemäuern.

16.42 Uhr: Die Jury zieht sich zurück. Sie muss nun den definitiven Entscheid fällen. Und auch das Publikum ist an der Reihe. Dieses kann elektronisch den Sieger des Saalpreises bestimmen.

16.38 Uhr: Das vierte Projekt kommt aus dem Haslital. Die Familie Brog aus Meiringen BE hat ein einzigartiges Produkt geschaffen – das Wollkugeli. Auf dem Betrieb mit 39 Hektaren leben rund 300 Schafe. Die Schafe liefern Wolle und Fleisch. Und die Tiere helfen mit, die Landschaft zu pflegen.

Schweizer Wolle kratzt aufgrund seiner Beschaffenheit bei direktem Kontakt mit der Haut. Die Familie Brog suchte einen Weg, um dem Schweizer Rohstoff mehr Wertschöpfung zu verschaffen. In einer eigens entwickelten Maschine produzieren Brogs Wollkugeli. Sie haben sich mit den Kugeln, die auch nach langem Gebrauch nicht verfilzen, ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Anwendung finden das Produkt als Füllmaterial von Kopfkissen und Stillkissen. Dank der guten Nachfrage wird die Produktion ausgebaut.

Brogs schaffen sich nun eine neue Maschine an. Sie wollen die Produktion effizienter machen und ausbauen. Denn die Nachfrage nach den Wollkugeln ist gross. In einem umgebauten Haus können Kundinnen und Kunden die Produkte der Familie Brog übrigens gerade austesten. -> Mehr zum Projekt gibt es hier

16.28 Uhr: Nun kommen die Protagonisten der Regionalmarktplatz AG aus Madiswil BE auf die Agropreis-Bühne. Peter Zulliger, Samuel Bärtschi, René Greub und Mühlebauer Erwin Bärtschi haben eine alte Landi umgebaut und alte Maschinen wieder instand gestellt.

Die Präsentation der Bauern aus Madiswil machte sichtlich Freude.
Anja Tschannen

Heute wird fast sämtliches Getreide in der Schweiz von grossen Mühlen verarbeitet. Die Nominierten wollen mit ihrem Projekt die Wertschöpfung zurück auf die Bauernbetriebe bringen. Sie haben mithilfe von Erwin Bärtschi Produktionskapazitäten geschaffen. In der alten Landi werden heute auch kleine Posten von einigen hundert Kilo zu Mehl verarbeitet. Ausserdem bieten die Landwirte ein spezielles Produkt an: dextrinierte Flocken. Diese sind bekömmlicher, nährstoffreicher und in der Schweiz einzigartig.

Mit dem Projekt wird regionales Getreide gefördert. Und auf die Nachhaltigkeit wird viel Wert gelegt. «Denn das Getreide muss nicht durch die Schweiz gefahren werden», sagen die Protagonisten während ihrer Präsentation. «In unserem Projekt steckt viel Herzblut. Wir brauchten doch viel Durchhaltewillen», sagt Peter Zulliger. Und die Ausdauer lohnt sich. Die Kunden, also Landwirtinnen und Landwirte, nutzen das Angebot der Mühle. -> Mehr zum Projekt gibt es hier

16.22 Uhr: Gustav sorgt für Stimmung. Seine Songs scheinen zu gefallen.

16.08 Uhr: Nun sind Valentin Birbaum, Evelyne Vonwyl, Armin Komposch an der Reihe. Sie stellen einem Betrieb in Wallenbuch FR, rund 18 Kilometer westlich von Bern, Schritt um Schritt auf Agroforst um. Agroforstsysteme werden in der Schweiz seit Jahrhunderten – in Form der Waldweiden im Jura oder Hochstamm-Obstgärten – angewendet. Es entsteht ein vielfältiges System mit Bäumen, Sträuchern und einer diversen Fruchtfolge. Das soll die Fruchtbarkeit der Böden langfristig sichern. Zudem sollen die Biodiversität und die Erhaltung alter Obstsorten gefördert. Die Bäume erschliessen über die Wurzeln Wasser in tieferen Bodenhorizonten.

Damit die Bäume so wachsen, wie sie sollten, braucht es viel Handarbeit.
Anja Tschannen

Armin Komposch erklärt, was Agroforst genau ist. Es werde die Diversität gefördert, nicht nur die Biodiversität. Es verweist auch auf den Klimawandel. Die Bäume würden viel CO2 speichern. Und man setze auf alte Sorten bei den Obstbäumen. Sie zeigen, wie die Bäume geschnitten und gepflegt werden müssen, damit man die Flächen mit dem Traktor nutzen kann. Ziel sei es, eine nachhaltige Landwirtschaft zu schaffen. Und mit dem Agroforstsystem soll der Effekt der steigenden Temperaturen entgegengewirkt werden. -> Mehr zum Projekt gibt es hier

15.58 Uhr: Nun sind die Nominierten an der Reihe. Sie haben vier Minuten Zeit, sich dem Publikum zu zeigen. Den Reigen der Präsentationen eröffnet die Familie Bracher aus Oberburg. Sie positioniert sich mit einem aussergewöhnlichen Angebot am Markt. Ein altes Ofenhaus und ein Weidehaus wurden mit viel Eigenleistung ausgebaut. Das «Ofenhüsli» bietet einiges an Annehmlichkeiten, während das «Weidehüsli» einfacher ausgestattet ist. Sie sprechen so unterschiedliche Zielgruppen an. Die Familie Brachen hat die Abgeschiedenheit also zu einem Standbein des Betriebs genutzt.

Bei der Familie Bracher wurde während der Präsentation gebaut.
Anja Tschannen

Auf der Bühne macht die gesamte Familie mit. Sie zeigen, wie das Projekt entstanden ist. Untermalt wird die Darbietung mit Musik von Gölä bis Dodo, von «Bärndütsch» bis «Züridütsch». So vielfältig ist auch ihre Gästeschar. Denn diese kommt aus der gesamten Schweiz in das eher abgelegene Lauterbachtal bei Oberburg. Dem Publikum hats gefallen, der Applaus ist gross. «Die ersten Gäste auf unserem Betrieb kamen aus Zürich. Bei uns sind alle herzlich willkommen», sagt Rahel Bracher. -> Mehr zum Projekt gibt es hier

15.50 Uhr: Nun kommen die Gewinner des vergangenen Jahres zu Wort. Nicolo Paganini und Marco Triacca haben mit den Bergbeeren einen Hattrick gelandet. Das Geld haben sie in ein Projekt mit Olivenbäumen eines Kollegen investiert. Auf der Videobotschaft ist zu sehen, wie die Oliven ernten. Der Agropreis habe ihr Projekt sehr bekannt gemacht. Und sie hätten dadurch neue Kunden gewinnen können. Sie wünschen den Nominierten und Gästen einen unvergesslichen Abend in Bern.

15.45 Uhr: Nun kommen alle Nominierten auf die Bühne. Sie erhalten die Nominationsprämie von 5000 Franken. Diese haben sie sich wahrlich verdient. Denn die Vorbereitungen für den Agropreis benötigen Zeit, Kreativität und auch Geld.

15.40 Uhr: Der Freiburger Sänger Gustav sorgt für Stimmung im Saal. Er schafft es rascher, das Publikum zu begeistern als im vergangenen Jahr Francine Jordi. Der Sensler will das Publikum mit seinen Songs mitnehmen. Das gelingt ihm doch ziemlich gut. 

15.30 Uhr: Gian Caduff sagt, dank dem Mäher sei es weniger laut und vielleicht gebe es weniger Kopfweh, weil es kein Abgas gebe. Begonnen hat er alleine, nun sind bei ihm 8 Personen angestellt. Die sei vonnöten, um die Bestellungen nachkommen zu können.

15.25 Uhr: Nun kommt Bendicht Hauswirth vom Schweizer Landmaschinenverband auf die Bühne. In diesem Jahr wurden für den mit 5000 Franken dotierten Preis 12 Projekte eingereicht. Der Verband prämiert innovative Projekte, die die tägliche Arbeit der Nutzenden unterstützen. Viele gute Projekte würden von Praktikern entwickelt, führt er aus. Er zeigt auf einen alten Motormäher. Dies machten Motorenlärm und würden Abgas ausstossen. Denn in diesem Jahr geht der Preis an einen Weiterentwicklung eines Motormähers. 

In einem dreijährigen Projekt wurde die innovative elektrische Nachrüstlösung für Einachsgeräte, die ePowerUnit entwickelt und getestet. «Die Vorteile für den Benutzer liegen auf der Hand», so Hauswirth. «Der CO2-Ausstoss liegt bei null, die Lebensdauer von leistungsstarken Einachsern kann verlängert werden und der Bedienkomfort wird durch die geringeren Lärmemissionen und reduzierten Vibrationen deutlich verbessert», führt er aus. Dank dem leichten Gewicht könne bodenschonend gearbeitet und der Problematik der Bodenverdichtung entgegengewirkt werden.

Gian Caduff aus Morissen GR holt sich mit dem ePowerUnit, die elektrische Nachrüstlösung für Einachsgeräte, den Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes.
SLV

Es sei ein längerer Entwicklungsprozess gewesen. Doch Gian Caduff aus Morissen GR habe das mit Bravour gemeistert, so Hauswirth. Ursprünglich waren der Maschineningenieur Gian Caduff und sein Bruder, der gelernte Landwirt Paul Caduff, der den elterlichen Hof bewirtschaftet, auf der Suche nach neuer Mähtechnik für den Anbau an den bestehenden Zweiachsmäher. Bei der intensiven Suche nach geeigneten Mähwerken sind sie auf den Doppelmesserbalken mit 3 Metern Arbeitsbreite gestossen, welcher sich optimal auf den vorhandenen Einachser CC56 aufbauen liess und dessen Leistung die beiden Brüder beeindruckt hat.

Der Einachser ist nicht nur bodenschonender und leiser unterwegs. Durch den sauberen Schnitt werden auch weniger Insekten beim Mähen in Mitleidenschaft gezogen. Nach vielen Arbeitsstunden mit dem aufgerüsteten Gerät ist die Idee aufgekommen, die Maschine zusätzlich mit einem Elektromotor aufzurüsten.

Agrarminister Guy Parmelin liess es sich nehmen, dem Agropreis einen Besuch abzustatten. Die Nominierten stünden exemplarisch für die Innovationskraft für den Sektor.
Anja Tschannen

15.20 Uhr: Geigele wollte wissen, ob er sich ein anderes Departement vorstellen können im Bundesrat. Ueli Maurer und Simonetta Sommaruga werden die Landesregierung Ende Jahr verlassen. Parmelin sagt, dass er sich als Wirtschaftsminister sehr wohl fühle. «Ich habe noch viel zu tun», schmunzelt er. Dann musste Parmelin den Saal bereits wieder verlassen. Die nächsten Termine warten auf den Romand. Unter anderem das OECD-Agrarminitertreffen in Paris.

15.14 Uhr: Nun kommt der der Agrarminister auf die Bühne. Guy Parmelin sagt, er können nur kurz bleiben. Er hat bereits wieder Termine. Es sei gerne gekommen, fügt er an. Denn er komme auch von der Scholle. Parmelin ist Landwirt und Winzer. Ein Blick auf die Nominierten zeige, wie vielfältig die Schweizer Landwirtschaft sei. Er sei froh, nicht entscheiden zu müssen, wer gewinne. «Der Agropreis ist eine Erfolgsgeschichte. Zum 30. Mal werden innovative Projekte ausgezeichnet. Wenn es um Innovation geht, spielt die Schweiz in der Champions League», führt der Agrarminister aus.

Die Schweizer Landwirtschaft müsse sich nicht verstecken. Sie bringe immer wieder neue Ideen hervor. Er nannte beispielsweise Projekte im Bereich Agrotourismus, Biodiversität oder Wertschöpfung. «Und das ist auch für den Bund wichtig», so Parmelin. Innovationen seien für den Landwirtschaftssektor zentral. Es würden neue Produkte oder Dienstleitungen entwickelt. Sie würden auch die Ernährungssicherheit stärken und die Vielfalt erhöhen. Mit der Agrarpolitik ermögliche der Bund Innovationen.  Der Bund helfe hier mit, Innovationen zu fördern. Wichtig sei, den ganzen Prozess zu fördern. Von der Forschung, über den Betrieb bis hin zum Markt. Der Bund fördere Qualität und regionale Projekte, die nachhaltig seien und die Wertschöpfung erhöhen würden. Ökologische und ökonomische Faktoren würden sich ergänzen. Parmelin führte weiter aus, wie der Bund die Landwirtschaft fördere. «Für eine erfolgreiche Landwirtschaft braucht es Bäuerinnen und Bauern wie die Nominierten, die mit Mut, Durchhaltewillen und Kreativität den Sektor vorwärts bringen», so Parmelin stolz. Er gratuliert allen Nominierten.

Christian Rychen, Chef der Emmental Versicherung und Gastgeber, begrüsst die Gäste am Agropreis.
Anja Tschannen

15.05 Uhr: Christian Rychen, Chef der Emmental Versicherung und Gastgeber, begrüsst die Gäste am Agropreis. Heute werde die Schweizer Landwirtschaft für ihre Verdienste für die Schweiz gefeiert. Beim Agropreis gehe es darum, die Innovationen der Landwirtinnen und Landwirte ins Land zu tragen. Die Ernährungssicherheit und die dezentrale Besiedelung sei die Aufgaben an die Landwirtschaft. Und dazu brauche es Innovationen. «Wir helfen hier gerne mit, diese Neuerungen der Schweizer Bevölkerung bekannt zu machen», so Rychen. Die Nominierten zeigten, dass es sich lohne, an einer Idee festzuhalten und diese weiterzuentwickeln.

Die Emmental Versicherung sei Verbündete der Schweizer Landwirtschaft. Der Versicherer zählt rund 16’000 Landwirtinnen und Landwirte als Kunden.

15.00 Uhr: Moderatorin Janine Geigele tritt auf die Bühne. Der Agropreis 2022 ist eröffnet. Sie freut sich, und sie ist begeistert. Und das Publikum natürlich auch.  

14.50 Uhr: In 10 Minuten startet die Jubiläumsausgabe des Agropreises. Die Gäste strömen in den Kursaal. Die Spannung steigt.

14.40 Uhr: Bald  geht es los im Kursaal. Vier Projekte kämpfen um den mit 20’000 Franken dotierten Agropreis. Daneben wird der Leserpreis von «Schweizer Bauer» und «Terre&Nature» verliehen. Hier werden 3000 Franken. Und schliesslich wird das Publikum im Kursaal seinen Favoriten wählen. Dieser Preis ist mit 2000 Franken dotiert. Die Entscheidung fällt gegen 17.15 Uhr. 

Überreicht wird auch der Spezialpreis des Schweizerische Landmaschinenverbands (SLV) in der Höhe von 5000 Franken.

13.00 Uhr: Im Kursaal laufen die letzten Vorbereitungen für den Agropreis. Um 14.15 öffnen die Türen. Dann kann das Publikum die Stände der Nominierten anschauen.

Die Nominierten 2022

Abgeschiedenheit wird zum Betriebszweig

Rahel und Andreas Bracher, Oberburg BE; www.brachers-bnb.ch

Rahel und Andreas Bracher haben in den vergangenen Jahren alten Gemäuern Leben eingehaucht.
Reto Blunier

Der Agrotourismus hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Zu den Anbietern gehört auch die Familie Bracher. Sie positioniert sich mit einem aussergewöhnlichen Angebot am Markt. Ein altes Ofenhaus und ein Weidehaus wurden mit viel Eigenleistung ausgebaut. Das «Ofenhüsli» bietet einiges an Annehmlichkeiten, während das «Weidehüsli» einfacher ausgestattet ist. Sie sprechen so unterschiedliche Zielgruppen an. Die Familie Brachen hat die Abgeschiedenheit zu einem Standbein des Betriebs genutzt.

Wertschöpfung auf Höfe zurückbringen

Regionalmarktplatz AG, Madiswil BE; www.zulligerhof.ch

Haben Mühle auf Vordermann gebracht (v.l.): Erwin Bärtschi, Peter Zulliger, Samuel Bärtschi und René Greub.
Reto Blunier

Fast sämtliches Getreide in der Schweiz verarbeiten grosse Mühlen. Landwirte aus dem Oberaargau wollen die Wertschöpfung zurück auf die Bauernbetriebe zurückbringen. Sie haben mithilfe eines Mühlebauers Produktionskapazitäten geschaffen. In der alten Landi werden heute auch kleine Posten von einigen hundert Kilo zu Mehl verarbeitet. Ausserdem bieten die Landwirte ein spezielles Produkt an: dextrinierte Flocken. Diese sind bekömmlicher, nährstoffreicher und in der Schweiz einzigartig.

Mit einzigartigem Produkt Markt geschaffen

Familie Brog, Meiringen BE; www.wollreich.ch

Mit der Entwicklung der Wollkugeln haben Ruth und Heinz Brog ein Alleinstellungsmerkmal erreicht.
Reto Blunier

Schweizer Wolle kratzt aufgrund seiner Beschaffenheit bei direktem Kontakt mit der Haut. Die Familie Brog suchte einen Weg, um dem Schweizer Rohstoff mehr Wertschöpfung zu verschaffen. In einer eigens entwickelten Maschine produzieren sie Wollkugeli. Sie haben sich mit den Kugeln, die auch nach langem Gebrauch nicht verfilzen, ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Anwendung finden das Produkt als Füllmaterial von Kopfkissen und Stillkissen. Dank der guten Nachfrage wird die Produktion ausgebaut.

Mit Umstellung zu neuen Ertragsquellen

Valentin Birbaum, Evelyne Vonwyl, Armin Komposch, Wallenbuch FR; www.tapatate.ch

Junglandwirt Valentin Birbaum und Biologe Armin Komposch wollen mit Agroforst ein vielfältiges System entwickeln.
Reto Blunier

Agroforstsysteme werden in der Schweiz seit Jahrhunderten – in Form der Waldweiden im Jura oder Hochstamm-Obstgärten – angewendet. Die Familie Birbaum stellt den gesamten Betrieb Schritt um Schritt um. Es entsteht ein vielfältiges System mit Bäumen, Sträuchern und einer diversen Fruchtfolge. Das soll die Fruchtbarkeit der Böden langfristig sichern. Zudem sollen die Biodiversität und die Erhaltung alter Obstsorten gefördert. Die Bäume erschliessen über die Wurzeln Wasser in tieferen Bodenhorizonten.

«Dank dem Agropreis neue Kunden gewonnen»

Marco Triacca und Nicolo Paganini gewinnen mit ihren Bergbeeren den Agropreis.
jul

Im vergangenen Jahr feierten die Bergbeeren aus dem Puschlav im Südbünden einen Hattrick. Sie gewannen den Agropreis, den Leserpreis und den Saalpreis. Für Marco Triacca und Nicolo Paganini war der Sieg ein riesiger Erfolg. «Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Nach diesem Gewinn haben wir neue Kunden gefunden, vor allem aus der Deutschschweiz», sagte Marco Triacca gegenüber dem «Schweizer Bauer». Das Interview gibt es hier

Mehr zum Projekt «Mit Beeren Perspektiven fürs Tal» schaffen aus Campascio gibt es hier

Die Böden in den Terrassen eignen sich hervorragend für die Beerenproduktion.
Reto Blunier

 Wie alles begann

Arthur Moser
emmental

Der Agropreis feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Er wird zum 30. Mal vergeben. Arthur Moser ist Mitbegründer des Agropreises und ehemaliger Leiter Aussendienst und Marketing bei der Emmental Versicherung. Er erzählt, wie es zum Agropreis gekommen ist und weshalb er immer noch wichtig ist. Mehr dazu lesen Sie hier

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